
06.08.2026
… aber seine Kunst bleibt
Leo Schötz ist verstorben
„...malen ist wie unbekannte samen in die erde stecken,
die leinwand so lange zu gießen um wie ein kind das sprießen nicht erwarten zu können...
und meistens ist das unkraut schöner als die saat...“
Mit großem Bedauern erfuhr die Schulfamilie des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums zu Beginn der Sommerferien, dass ihr Kunsterzieher Leo Schötz, der erst wenige Tage zuvor in den Ruhestand verabschiedet worden war, seiner schweren Krankheit erlegen ist. Leo Schötz war nicht nur ein herausragender Künstler und Pädagoge, sondern auch ein ganz besonderer Mensch. Mit großem Bedauern blicken wir auf viele gemeinsame, wertvolle und prägende Jahre am Fraunhofer-Gymnasium zurück.
Leo Schötz wurde 1963 in Bad Kötzting geboren und studierte zunächst von 1984 bis 1985 Kunstgeschichte an der Universität Regensburg. Anschließend ging er an die Akademie der bildenden Künste nach München und studierte dort von 1985 bis 1991 bei Prof. Heinz Butz und Prof. Horst Sauerbruch. Nach seinem Staatsexamen 1991 legte er sein Referendariat am Luitpold-Gymnasium in München ab und unterrichtete anschließend zunächst für 21 Jahre am Gymnasium Neutraubling. Ein Stellentausch führte ihn schließlich vor 11 Jahren ans Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium.
In seiner Zeit am JvFG begegnete er den Kolleginnen und Kollegen nicht nur als hervorragender Maler, sondern vor allem als geselliger Kollege und inspirierte mit seiner Leidenschaft, Kreativität und Überzeugungskraft Generationen von Schülerinnen und Schülern.
Wer seinen Unterricht erlebt hat, erinnert sich nicht nur an Farbe, Pinsel und Skizzenbücher. Man erinnert sich vor allem an seine Begeisterung für die Kunst und an seine Fähigkeit, diese Begeisterung weiterzugeben. Er ermutigte junge Menschen dazu, genau hinzusehen, Fragen zu stellen, ungewöhnliche Wege zu gehen und ihren eigenen Ausdruck zu finden. Dabei war er stets davon überzeugt, dass Kunst mehr ist als ein Schulfach – sie ist eine Möglichkeit, die Welt zu entdecken und sich selbst besser kennenzulernen.
Er begleitete und initiierte zahlreiche Projekte, unterstützte tatkräftig die vielen Projekttage der Kunstklassen und organisierte im Schuljahr 2015/16 zum 25-jährigen Jubiläum der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit des JvFGs und des Ludek-Pik-Gymnasiums in Pilsen als verantwortlicher Leiter eine Ausstellung mit Schülerarbeiten. Zur gleichen Zeit plante und baute er zusammen mit den fabi architekten aus Regensburg sein Atelierhaus aus Stahl in Pulling bei Blaibach, das aufgrund der besonderen Bauweise und Gebäudehülle überregionales Interesse und große Anerkennung erfuhr.
Als Fachbetreuer Kunst kümmerte er sich immer aktiv um die Belange der Kunstkolleginnen und Kollegen und behauptete sich vor allem in den letzten Jahren als einziger männlicher Kunstlehrer und somit Hahn im Korb. Mit seinem Wissen und vor allem seinem Humor bereicherte er viele Unterrichtssituationen und gemeinsame Treffen. Seine Witze im Lehrerzimmer und seine spontane wortgewandte Schlagfertigkeit werden uns fehlen. Legendär bleibt sein Auftritt als Udo Lindenberg, mit Lederjacke, Sonnenbrille und Hut bei der Begrüßung des neuen Schulleiters 2019. Bis zuletzt bewahrte er sich trotz seiner Diagnose seinen Humor, behielt auf bewundernswerte Weise den Blick nach vorne und meisterte mit einer unfassbaren Kraft, inneren Stärke und Motivation den Unterrichtsalltag.
Er stieß Diskussionen an, bereicherte sie und erinnerte immer wieder daran, wie wichtig Kunst für eine lebendige Schule ist und vor allem auch für sein Leben war.
Zusammen mit einigen Schülerinnen und Schülern hatte die Fachschaft Kunst anlässlich seiner Pensionierung ein Abschiedsbild gemalt, das einige wichtige Stationen seines Lebens bildnerisch zusammenfasst. Das Bild konnte ihm am Ende des Schuljahres noch persönlich überreicht werden. Insgesamt sind 232 verschiedenfarbige Punkte zu sehen, die sich je nach Farbe auf gewisse Zeitabschnitte, bzw. Situationen in seinem Leben beziehen. Das sind unter anderem:
Lieber Leo,
wir danken dir für deinen Einsatz, deine Inspiration, deine Beharrlichkeit und für die vielen Impulse, die weit über das Klassenzimmer hinaus wirkten. Mit deiner Kraft, deiner Zuversicht und deinem unermüdlichen Humor wirst du uns immer in Erinnerung bleiben.
Deine Kolleginnen und Kollegen vom vierten Stock für die gesamte Schulfamilie
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Sprachliches Gymnasium
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