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Auf den Spuren gemeinsamer Geschichte

22.07.2026

Fraunhofer erkunden Prag

Einen abwechslungsreichen und eindrucksvollen Tag erlebte die Klasse 10e des Fraunhofer-Gymnasiums unlängst bei ihrer Exkursion in die tschechische Hauptstadt Prag. Mit dem ALEX-Zug machten sich die Schülerinnen und Schüler auf den Weg in die „Goldene Stadt“, um die gemeinsamen historischen und kulturellen Wurzeln Deutschlands und Tschechiens hautnah zu entdecken.

Nach der Ankunft führte ein Rundgang zunächst durch die historische Altstadt. Vom Pulverturm aus ging es zum Altstädter Ring, wo die Schülerinnen und Schüler die berühmte Astronomische Uhr mit ihrem stündlichen Figurenspiel bestaunten. Anschließend erreichte die Gruppe die Karlsbrücke, eines der bekanntesten Wahrzeichen Prags. Hier begegneten sich Geschichte und moderne Popkultur auf besondere Weise: Auf TikTok zählt derzeit die Nachstellung des ikonischen Depeche-Mode-Fotoshootings auf der Karlsbrücke zu den beliebtesten Prag-Trends. Vor der eindrucksvollen Kulisse der gotischen Brückenfiguren stellen Fans und Reisende die markanten Posen der Band nach – häufig begleitet vom Song Enjoy the Silence. Auch die Schülerinnen und Schüler ließ es sich nicht nehmen, das berühmte Motiv gemeinsam nachzustellen und so ein besonderes Erinnerungsfoto mit nach Hause zu nehmen.

Von der Karlsbrücke aus führte der Weg über die malerische Kleinseite hinauf zur Prager Burg. Bereits während des Aufstiegs erinnerten sich die Schülerinnen und Schüler an ein Ereignis aus dem Geschichtsunterricht der 7. Klasse: den Prager Fenstersturz. Dass sie den historischen Ort nun selbst besuchen konnten, machte Geschichte auf eindrucksvolle Weise lebendig. Die weitläufige Burganlage, die über Jahrhunderte Sitz der böhmischen Könige und Kaiser war und heute als Amtssitz des tschechischen Präsidenten dient, bot zudem beeindruckende Ausblicke über die Moldaumetropole.

Die Schülerinnen und Schüler des Fraunhofer-Gymnasiums vor der Prager Burg
Die Schülerinnen und Schüler des Fraunhofer-Gymnasiums vor der Prager Burg

Eine wohlverdiente Pause durfte anschließend natürlich nicht fehlen. Bei einem frisch gebackenen Baumstriezel stärkten sich alle, bevor das letzte Ziel des Tages auf dem Programm stand.

Den Abschluss bildete der Besuch der Deutschen Botschaft. Während einer interessanten Führung erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Aufgaben einer Auslandsvertretung und konnten auch den weitläufigen Botschaftsgarten besichtigen. Das im barocken Palais Lobkowicz untergebrachte Botschaftsgebäude erinnerte einige aufgrund seiner Architektur an italienische Palazzi. Zugleich wurde an diesem Ort eindrucksvoll sichtbar, welche Bedeutung die räumliche Nähe zur politischen Macht einst hatte: Nur wenige Schritte von der Prager Burg entfernt ließen sich die einflussreichsten Adelsfamilien ihre repräsentativen Palais errichten – ein deutliches Zeichen für ihren gesellschaftlichen Rang und ihren direkten Zugang zum Herrscher.

Besonders bewegend war die Geschichte der Deutschen Botschaft im Herbst 1989. Tausende Bürgerinnen und Bürger der DDR suchten damals auf dem Botschaftsgelände Zuflucht, weil sie ihre Heimat verlassen wollten. Weltweite Bekanntheit erlangte die Botschaft durch die Rede des damaligen Bundesaußenministers Hans-Dietrich Genscher, der den Flüchtlingen vom Balkon aus mit den berühmten Worten „…dass heute Ihre Ausreise …“ die Genehmigung zur Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland verkündete. Der Jubel der Menschen ging in die Geschichte ein und wurde zu einem wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Friedlichen Revolution, zum Fall der Berliner Mauer und schließlich zur Deutschen Wiedervereinigung. Für viele Schülerinnen und Schüler war dieses Kapitel der Geschichte nicht völlig neu: Von ihren Eltern hatten sie bereits Erzählungen über die bewegenden Ereignisse jener Zeit gehört. Umso eindrucksvoller war es, den historischen Ort nun selbst zu erleben und Geschichte dort nachzuvollziehen, wo sie tatsächlich geschrieben wurde.

Die Exkursion verband historische Bildung mit kulturellen Entdeckungen und zeigte eindrucksvoll, wie eng die Geschichte Deutschlands und Tschechiens miteinander verflochten ist – ganz im Sinne des bilingualen Schulprofils des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums. Die Vorfreude auf die nächste gemeinsame Exkursion ist bereits groß: Im kommenden Schuljahr werden die Schülerinnen und Schüler erneut grenzüberschreitend unterwegs sein und im Europäischen Grünen Band forschen. Dort möchten sie sich mit der einzigartigen Verbindung von Natur, Geschichte und europäischer Zusammenarbeit beschäftigen und ihre Entdeckungen fortsetzen.


Hier noch einige Eindrücke von der Exkursion:


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