
22.12.2025
P-Seminar lädt zur Filmvorführung "Kein Land für Niemand"
„Nie wieder ist jetzt.” – Mit diesen Worten endet der dokumentarische Film "Kein Land für Niemand", den das P-Seminar „Schule mit Courage – Schule ohne Rassismus” unter der Leitung von Christian Luy für die Jahrgangsstufen 11 und 12 des JvFG im Cineworld Cham zeigte.
Als in Deutschland 2025 erstmals seit 1945 ein migrationspolitischer Entschließungsantrag im Bundestag mit Unterstützung der in Teilen als rechtsextrem eingestuften AfD angenommen wird, ist dies ein historischer Wendepunkt. Die Erklärung zur Begrenzung der Zuwanderung sieht unter anderem eine vollständige Schließung der deutschen Grenzen vor. Ein Paradigmenwechsel kündigt sich an: weg vom Schutz von Geflüchteten, hin zu Abschottung und Abschreckung. Aus dem dringenden Bedürfnis heraus, den erstarkenden rechtsextremen Tendenzen in Politik und Gesellschaft etwas entgegenzusetzen, machten 2022 die Regisseure Max Ahrens und Maik Lüdemann den Film "Kein Land für Niemand". Abschottung eines Einwanderungslands. Neben der Dokumentation der Ereignisse, die zum genannten Entschließungsantrag führten, macht der Film auch deutlich, welche strukturellen Faktoren in Deutschland dazu führen, dass das Narrativ des Geflüchteten, der den Deutschen auf der Tasche liegt, so verfängt. Nicht zuletzt warnt der Film davor, dass autoritäre Tendenzen im Land und in der ganzen EU deutlich zu erkennen sind, und betont eben gegen Ende noch einmal: Nie wieder ist jetzt.
Zusätzlich zum Screening hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, mit Vertreterinnen der Seenotrettungs-Hilfsorganisation SeaEye aus Regensburg ins Gespräch zu kommen. SeaEye wurde im Herbst 2015 von Menschen gegründet, die das Sterben auf dem Mittelmeer nicht mehr mitansehen wollten, allen voran, Michael Buschheuer, ein Unternehmer aus Regensburg, mit Familie und Freunden. Ziel ist das Auffinden von Personen in Seenot und deren Rettung mit Hilfe von vereinseigenen Schiffen.
Christian Luy begrüßte zusammen mit drei Schülerinnen seines Seminar die Besucherinnen und Besucher sowie die drei SeaEye-Mitglieder Tamina, Ingmarie und Doris und eröffnete nach dem Film die Fragerunde. Er wollte wissen, welche Motivation die drei Frauen antreibe. Der politische Rechtsruck in Deutschland wird als der Hauptgrund genannt, da auch im engeren Bekanntenkreis die Normalisierung von Aussagen zu beobachten gewesen sei, die vorher nicht so getätigt worden seien. Auch müssten Migrantinnen und Migrantin zu oft für Verhältnisse als Sündenbock herhalten, für die sie schlichtweg nichts können. Auch die Rettung von Menschenleben, die SEA EYE zentral anstrebt, wird als Grund genannt. Auf eine Nachfrage hin erläuterten die Aktivistinnen, dass die staatliche Förderung von ehemals zwei Millionen Euro pro Jahr zu Beginn von 2025 ausgesetzt wurde, so dass sich der Verein inzwischen ausschließlich durch Spenden bzw. Mitgliedsbeiträge finanziert. Weitere Fragen betrafen die Details zur Kriminalisierung der Seenotrettung sowie den eigenen Umgang mit dem öffentlichen Diskurs zur Migrationsdebatte. „Sich zu engagieren hilft.” Das Gefühl der Selbstwirksamkeit kann laut einer der drei Sprecherinnen einem helfen, mit Unrecht besser klarzukommen. Auch der Besuch von Demonstrationen sei ein gutes Mittel, sich weniger hilflos zu fühlen. Dies kann eine wichtige Botschaft des Nachmittags und somit ein relevanter Beitrag zur politischen Bildung sein: Es gibt Hoffnung und jeder/jede kann etwas tun. Nie wieder ist jetzt.
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