Von Libourne nach Paris

22.03.2024

Glückliche Fraunhofer beim Frankreich-Austausch

Nach einer tollen Woche in Libourne und einem aufregenden Tag in Paris kamen am Dienstag in den frühen Morgenstunden 30 JvFG-Schüler und Schülerinnen der 8. und 9. Jahrgangsstufe mit ihren beiden Lehrkräften Frau Weber und Frau Fuchs wieder in Cham an.

Am Sonntag zuvor hatten sie abends ihre große Reise angetreten, um nach einem kurzen Aufenthalt im Renaissanceschloss Chambord am Montagabend in Libourne bei den Partnerschülern des Collège Saint Joseph anzukommen. Neben ein bisschen Geschichtsunterricht zu François Ier, einem französischen König des 16. Jahrhunderts, der aus Prestigegründen das Jagdschloss Chambord an der Loire errichten ließ, hatte man besonders viel Spaß auf der von Leonardo da Vinci konzipierten doppelten Wendeltreppe, auf der zwei Personen gleichzeitig das Stockwerk wechseln, ohne sich dabei zu über den Weg zu laufen. Die Chamer Truppe musste dies natürlich ausprobieren und tatsächlich kam man oben bzw. unten ohne Begegnung an.

Chambord
Chambord

Der Empfang in Libourne war wie immer sehr herzlich. Die Partner warteten bereits am Quai, als der Bus einfuhr. Nach langer virtueller Kommunikation, die mit unterschiedlicher Intensität und Regelmäßigkeit angelaufen war, konnte man sich nun endlich persönlich kennenlernen.

Ankunft in Libourne
Ankunft in Libourne

Zum besseren Kennenlernen stand am Dienstag der gemeinsame Ausflug an den Atlantik auf dem Programm: In Arcachon konnte man die Villen bestaunen, die vor allem im Sommer von wohlhabenden Bürgern aus Bordeaux, aber auch Paris und anderen großen Städten des französischen Inlands bewohnt werden. Nach einem kurzen Aufenthalt am Strand ging es endlich an die Dune du Pilat, die mit ihren 110 Metern Europas größte Wanderdüne ist. Der Anstieg war mühsam, aber sehr lohnenswert, konnte man sich doch direkt wieder hinunterstürzen und im weichen Sand landen. So mancher ließ sich vom erneuten Anstieg so gar nicht abschrecken und rollte sich bis nach unten. Welche Menge von den 60 Millionen Kubikmetern Sand dadurch hinterher auf der Düne fehlte und sich auf die Rückreise mit Libourne machte, bleibt unbekannt.

Ausflug zur Düne
Ausflug zur Düne

Am Mittwochmorgen wurden die Chamer Schüler an ihrer Gastschule durch den Schulleiter M. Combroux begrüßt, der sich sehr freute, dass dieser Austausch nun schon seit über 30 Jahren stattfindet und somit der älteste Austausch der Schule ist. Begleitender Funfact ist, dass beide deutschen Begleitlehrkräfte u.a. anderem bei diesem Austausch ihre Liebe zur französischen Sprache entdeckten. Im Anschluss hatte man als erste Gruppe die Ehre, das erst Ende des letzten Schuljahres fertig gestellte neue Schulgebäude zu besichtigen, ehe man ins Rathaus der Stadt aufbrach.

Begrüßung durch den Schulleiter M. Combroux vom Collège Saint Joseph
Begrüßung durch den Schulleiter M. Combroux vom Collège Saint Joseph

Auch dort war die Begrüßung durch Stadträtin Gabi Höper wie immer sehr herzlich. Als leidenschaftliche Europäerin erinnerte sie die Schüler und Schülerinnen an ihre Pflicht, sich an der Demokratie durch Wahrnehmung des Wahlrechts aktiv zu beteiligen und spielte dabei vor allem auf die anstehenden Europawahlen an, bei denen das Wahlrecht auf 16 Jahre gesenkt wurde. Auch stellte die aus Deutschland stammende Stadträtin ihre Wahlheimat Libourne vor, wobei sie ein JvFG-Schüler besonders durch seine Kenntnisse über den öffentlichen Nahverkehr in Libourne überraschte. Den geschichtlichen Hintergrund der Stadt erfuhr man in der anschließenden interaktiven Stadtführung, in der die Schüler kahootähnliche Quizfragen beantworten mussten. Überraschend war, dass sich die Stadt im Mittelalter gegen die Franzosen verteidigen musste, da die Region Aquitaine dem englischen König unterstand und erst nach den Wirren des 100-jährigen Krieges endgültig zu Frankreich gehörte. Nach einem abschließenden Besuch der Sainte Epine in der örtlichen Kirche, einem Dorn aus dem Dornenkranz Jesu, den Karl der Große persönlich der Stadt im 9. Jahrhundert überreichte, verbrachten die Schüler traditionell den Mittwochnachmittag in ihren Gastfamilien.

Rathaus und Stadtführung in Libourne
Rathaus und Stadtführung in Libourne

Bordeaux hieß das Reiseziel am nächsten Tag. Wie schon im letzten Jahr lag im Zentrum der Besichtigung nicht etwa die Geschichte der traditionsreichen Stadt, sondern die Straßenkunstwerke. Gerade für die Schüler des NTG-Zweiges, die in ihrem dritten Französischlernjahr sind, war die Führung auch ein linguistischer Genuss. Aber auch die Schüler des sprachlichen Zweigs, die erst seit September Französisch lernen, lauschten dem Wohlklang der französischen Sprache aufmerksam. Glücklicherweise fanden die Bauernproteste in Bordeaux bereits zwei Tage zuvor statt und somit stand einer ausgedehnten Shoppingtour in der Einkaufsmeile Sainte Catherine in diesem Jahr nichts im Wege.

Bordeaux
Bordeaux
Eindrucksvolle Streetart
Eindrucksvolle Streetart

Damit der Schüleraustausch auch ein richtiger Schüleraustausch wird, durften die JvFG-ler am Freitagvormittag in Gruppen aufgeteilt den Unterrichtsstunden beiwohnen, ehe sie am Nachmittag die mittelalterliche Stadt Saint-Emilion besuchten und vor allem von unten kennenlernten. Über 17 Jahre soll der Heilige Emilion im 8. Jahrhundert in einer Grotte gelebt und Wunder gewirkt haben. Besonders beeindruckend war auch der Besuch der monolithischen Felsenkirche – eine Kirche, die im 12. Jahrhundert nicht erbaut, sondern in den Felsen hineingeschlagen wurde.

Saint Emilion
Saint Emilion

Auch wenn durch die Terminänderung des Austausches den Chamer Schülern am Ende ein ganzes Wochenende in den Gastfamilien blieb, von dem alle am Sonntagabend glücklich zurückkamen, um die Heimreise anzutreten, fand bereits am Freitagabend im Jugendzentrum das traditionelle Abschlussfest statt. M. Combroux und Frau Weber bedankten sich bei den Eltern der französischen Schüler für ihre Gastfreundschaft und erklärten beide, wie sehr ihnen dieser Austausch am Herzen liegt. Im Anschluss durften die Schüler per virtueller Umfrage das gelungenste Partnerfoto wählen: Das Siegerpaar Mona Weiß (8a) und ihre Partnerin Line Quetel erhielt eine Tasse der jeweiligen Partnerschule, während sich Nepomuk Salzberger (8c) mit Partner Benaïssa Benbekkari und Antonia Ketterl (8c) mit Elise Darricau-Suhonne über einen gemeinsamen zweiten Platz und Süßigkeiten freuen durften.

Abschiedsfest mit den Siegern des Fotowettbewerbs
Abschiedsfest mit den Siegern des Fotowettbewerbs

Paris – der letzte Zwischenstopp der Reise – war zweifelsohne ein Höhepunkt. Schon die frühmorgendliche Einfahrt in die Metropole war ein Erlebnis. Der Busfahrer Sepp Kussinger, vom Busunternehmen Pfeifer in Waldmünchen, spielte dabei eine entscheidende Rolle. Trotz der langen strapaziösen nächtlichen Fahrt ermöglichte er den Kindern fernab vom Touristentrubel, die ersten Bilder vom leider nicht mehr beleuchteten Eiffelturm und vom Triumphbogen zu schießen, ehe er dann mit der passenden Musik die Champs-Elysées entlangfuhr, um die Truppe am Place de la Concorde aussteigen zu lassen. Mit einem Metrotagesticket ausgerüstet fuhr man dann die üblichen touristischen Ziele an: La Défense, Tour Eiffel bis zur zweiten Etage, Notre Dame, Centre Pompidou, Louvre und schließlich das malerische Künstlerviertel Montmartre. Natürlich hat man dabei gehofft, dass an einem Montag außerhalb der französischen Schulferien nicht so viele Touristen unterwegs sind. Allerdings gibt es diesen Tag in der französischen Hauptstadt wohl nicht. So begegnete man schon am Eiffelturm halb Spanien. Trotz der vielen sehr schönen Eindrücke waren dann alle nach weit über 20000 Schritte und einer langen letzten Metrofahrt quer unter der Stadt sehr dankbar, in Porte de Versailles wieder in den Bus steigen zu können. Alle, die in der ersten Busnacht aufgrund der Aufregung nicht zur Ruhe fanden, schliefen trotz aller Unannehmlichkeiten eines Reisebusses bereits, als der Bus die Außengrenzen der Stadt passierte.

Vor dem Eiffelturm
Vor dem Eiffelturm

Mit dem roten Sonnenaufgang hinter dem Hohen Bogen kam man in Cham an, vollkommen ausgelaugt, aber mit vielen glücklichen Erinnerungen im Gepäck. Nun ist es an den deutschen Partnern, den Franzosen in der Woche nach den Osterferien ebenso schöne Momente in unserer Heimat zu bescheren.

An dieser Stelle bleibt nur noch dem Busunternehmen Pfeifer aus Waldmünchen zu danken, die nun schon zum dritten Mal die Fahrt durchführten und deren Busfahrer Sepp Kussinger und Sepp Pfeifer die beiden Lehrkräfte zu jeder Zeit unterstützten und selbst aus den langen Stunden im Bus mit 3300 km Fahrtstecke ein Erlebnis machten.

Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium

Naturwissenschaftlich-technologisches und 
Sprachliches Gymnasium


Dr.-Muggenthaler-Straße 32
93413 Cham 


Sekretariat:

Telefon: +49 (0)9971/31083 
Fax: +49(0)9971/3108555

E-Mail: verwaltung@jvfg-cham.de

Öffnungszeiten des Sekretariats:

  • Mo 07.15 - 16.15
  • Di 07.15 - 17.00
  • Mi 07.15 - 16.00
  • Do 07.15 - 16.15
  • Fr 07.15 - 13.15
  •  
     

    Bankverbindung:

    • Sparkasse im Landkreis Cham
    • IBAN: DE59742510200620244434
    • BIC: BYLADEM1CHM

    Copyright © Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium Cham