Fraunhofer-News und Hinweise

„Da haut’s da doch d’Gäns vom Weiha aussa!“

Radioabend des P-Seminars „Tatfunk“ zum Thema Dialekt

 

Bairische Sprache, warum unser Dialekt so wertvoll ist. Mit diesem Motto verschafften die 14 Jugendlichen des P-Seminars „Tatfunk“ kürzlich unserem Bairischen Dialekt wieder eine Legitimation an ihrer Schule, dem Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium. In diesem Zusammenhang erklärten sie dem Publikum anlässlich eines Radioabends in der Pausenhalle die grundlegenden Elemente einer Radiosendung: Umfrage, Interview und Reportage.

 

 

Helena bewachte die Kasse, ...

 

 

 

 

 

 

... für das leibliche Wohl war bestens gesorgt.

 

 

 

Und es schmeckte!

 

 

Drei hochkarätige Gäste unterstützten die Schüler(innen) bei ihrem Programm: Toni Lauerer mit einem bayrischen Gschichtl aus dem Alltag, Josef „Bäff“ Piendl mit lustigen Gstanzln und Sepp Obermeier, der Vorsitzende des Fördervereins für Bairische Sprache e.V., mit seinem Wissen über die Herkunft unseres Dialekts.

19:00 Uhr, der Abend zum Erhalt der Bairischen Sprache beginnt.

 

 

Die mitwirkenden Gäste Toni Lauerer, Sepp Obermeier und Josef "Bäff" Piendl (v. l.)

 

 

Nach einer kurzen Begrüßung durch die beiden Moderatoren Anna Ellmann und Kevin Heizler folgte ein Einblick in den Alltag des P-Seminars: Welche Aufgaben es innerhalb des Kurses zu erfüllen gibt und welche Probleme bei einer Radiosendungsproduktion auftreten können.

 

 

 

Begrüßung des Publikums durch die Moderatoren Anna Ellmann und Kevin Heizler

 

 

 

Einführung in die Thematik mit einem umgetextete Song der Wise Guys, ...

 

 

 

 

... Umfragen (David Krämer), ...

 

 

 

 

 ... Worträtsel (Madeleine Brault, Paul Lattermann), ...

 

 

 

... Dialogen (Gudrun Reindl, Nicole Foitzek), ...

 

 

 

... Monologen (Eva-Maria Jahn) ...

 

 

 

... oder selbst Gesungenem zur Gitarre (Anna Ellmann)

 

 

Nach dieser Kursvorstellung traten Thomas Standecker und Jonas Staudinger, die beiden Musiker des Abends, mit einem Song auf, gefolgt von Erdin Idrizi, der über die Bühne flitzte und in Beatboxmanier den Jingle der Sendung ankündigte.

 

 

Jonas Staudinger und Thomas Standecker (v. l.)

 

 

 

Aufmerksame Zuhörerinnen

 

 

 

 

Der "lebende Jingle": Erdin Idrizi

 

 

 

Alles wird dokumentiert: das Kamera- und Fotografen-Team mit

Seminarleiterin StRin Monika Reichert (2. v. l.)

 

 

 

Auch die Technik ist wichtig beim Radio.

 

 

 

Das Moderatoren-Pärchen auf dem bayerischen Sofa

 

 

Ob der Bairische Dialekt ausstirbt, erläuterte Sepp Obermaier im Interview mit Maria Messerer: Wenn eine Sprache ausstirbt, geht viel Kultur verloren. Es gibt 6500 Sprachen und alle 14 Tage stirbt eine von ihnen aus. In unserem Raum werden 24 unterschiedliche Mundarten gesprochen.

 

 

Stirbt der Bairische Dialekt aus? Sepp Obermeier ...

 

 

In Kötzting ist das Bairisch ganz anders als zum Beispiel in Waldmünchen. Wenn den Kindern von den Eltern von klein auf nicht beigebracht wird Dialekt zu sprechen, ist es eigentlich unmöglich, sich diesen nach dem zehnten Lebensjahr akzentfrei anzueignen. Sollten die Kinder doch von ihren Eltern gelernt haben, wie man Dialekt spricht, wird es ihnen im Kindergarten wieder ausgetrieben und so zieht sich das auch weiter durch das ganze Leben hindurch. Wer Bairisch spricht, wird gleich als intellektuell schwächer eingestuft.

 

 

 

... im Interview ...

 

 

Als schönste bairische Wörter empfindet er das Wort für „Beziehungskiste“: Im Bairischen sagt man einfach nur Gschpusi. Oder wenn jemand extrem verrückt ist („scho fast nasch“), dann ist er im Bairischen „wine“.

 

 

... mit Maria Messerer

 

 

Nicht nur Sepp Obermeier unterhielt das Publikum in der Aula des Fraunhofer-Gymnasiums, sondern auch Joseph „Bäff“ Piendl.

 

 

 

 

Bei seinen Liedern gab es viel zu lachen: ...

 

 

Er hatte mit seinen Liedern „Alle leid de luing grod“ und „Sodala, hammas wieder“ die Lacher auf seiner Seite.

 

 

 

 

 

 ... Josef "Bäff" Piendl bei seinem Auftritt

 

 

Bei der gemeinsamen Diskussion mit Toni Lauerer und den beiden Moderatoren sagte er, er glaube nicht, dass der Dialekt aussterbe, (wal a Katz follt a abl wieder af d‘Feiß) und er denke, dass besonders die jungen Leute stolz seien auf ihren Dialekt. Als Beispiel führte er seinen Sohn an, der auf die Frage, was seine Lieblingswörter im Bairischen sind, „oi katzwechten“ nannte, was seine Oma immer sagte, als er noch ein Kind war. „Eitz mou i mi mid eich scho wieda so oi katzwechtn“ – Jetzt geht ihr mir aber auf die Nerven.

 

 

 

 

 

 

Auf der Couch: Diskussion über den Baierischen Dialekt

mit den Kabarettisten Toni Lauerer (l.) und Josef "Bäff" Piendl (r.)

 

 

 

Amüsierte Zuhörerer: Mitglieder des P-Seminars "Tatfunk"

 

 

Toni Lauerers Lieblingssprichwort, das relativ unbekannt ist, weil er es selbst erfunden hat und ein sehr großes Gefühl der Entrüstung ausdrücken soll, lautet: „Da hauts da doch d’Gäns vom Weiher aussa“. Lustig war auch die „Gschicht“, die Toni Lauerer anschließend zum Besten gab. Er erzählte, wie sehr es ihn belaste, wenn Leute dumm fragen bzw. absolut überflüssige Fragen stellen wie z. B. wenn man jemandem im Supermarkt mit einem Einkaufswagen begegnet und fragt: "Ah, wohl beim Einkaufen?", oder wenn eine Frau schwanger ist und man fragt: "Kriegst wohl a Kind?" (O-Ton Toni Lauerer: "Was soll die Frau da sagen: Ja moanst vielleicht, i hob an Luftballon g'fressn?") Das kam gut an beim Publikum.

 

 

 

 

 

 

 

 

Amüsierte sich ebenfalls köstlich über Toni Lauerers Sprüche:

Schulleiter OStD Rudolf Reinhardt

 

 

Er tat zudem kund, dass er nicht glaube, dass der Dialekt aussterben werde, da die heutige Jugend sehr stolz auf ihren Dialekt sei. Als seine Lieblingswörter deklarierte er „fei“, „olek“ und „noo“, da man mit ihnen so viel aussagen könne. Er nannte folgendes Beispiel: Jemand, der sehr überrascht ist, der wird anstatt „Olek“ kaum sagen „ Oh, ach du meine Güte, jetzt hab ich mich aber erschrocken“.

 

An dem Dialekt gefällt Toni Lauerer, dass ein Wort im Bairischen je nach Aussprache verschiedene Bedeutungen haben kann. „Das Wort „olek“ z.B. könnte auch dann von seinem Kumpel kommen, wenn er ihm erzähle, dass er gestern Nacht um vier Uhr heimgekommen sei. In diesem Kontext hieße es dann so viel wie „Hut ab“.

 

 

 

 

Reportage über das Oktoberfest:

gemeinsames Philosophieren über einige bayerische Klischees wie Bier trinken, ...

 

 

 

... Trachtenmode, ...

 

 

 

... oder Volksfesttraditionen

 

 

Am Ende des gelungenen Abends dankte nicht nur der Schulleiter allen Mitwirkenden, insbesondere den drei Kabarettisten für die humorvolle Mitgestaltung des Abends sowie der Leiterin des P-Seminars "Tatfunk" StRin Monika Reichert. 

 

 

 

Dank des Schulleiters an alle Mitwirkenden ...

 

 

 

 

 

 

... und an Seminarleiterin StRin Monika Reichert

 

 

Auch die Seminar-Leiterin selbst dankte den drei Gästen für ihr Kommen und meinte zum Schluss: „Radio und unser Dialekt haben eins gemeinsam. Von beidem könnte man denken, sie seien ausgestorben, aber wie man heute gesehen hat, haben beide noch eine große Zukunft.“

 

 

 

Strahlende Gesichter der "Dirndl-Deandl": ein wirklich gelungener Abend

 

 

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